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Fotograf Arne von Brill

"Die Unterschiede unter Profifotografen sind mindestens so groß wie bei Amateuren" - Fotograf Arne von Brill im Interview

 

BF: Herr von Brill, was ist für Sie das Tolle am Beruf, warum sind Sie Fotograf geworden?

Arne von Brill: Ich bin Späteinsteiger. Als ich die Gelegenheit hatte, mal öfters durch den Sucher einer Spiegelreflex Kamera zu sehen, war für mich klar, dass ich mit diesem Blick etwas mehr anfangen wollte. Begleitet wurde diese neue Sicht auf die Dinge von einer recht intensiven Phase der iPhone-Fotografie. Ich habe mich dann bald (rückblickend zu früh) als "Fotokünstler" auf den Markt geworfen und wurde erstaunlicherweise recht schnell angenommen. Facebook und Co. sei Dank! Ich mag es, Motive in meinem unmittelbaren Umfeld zu finden, sie in ihrer jahreszeitlichen Veränderung festzuhalten und mit Menschen an einem Projekt zu arbeiten.

 

BF: Welche fotografische Ausbildung haben Sie und seit wann sind Sie als Fotograf selbstständig? Wie schnell kamen die ersten Aufträge?

Arne von Brill: Ich bin seit 2010 hauptberuflich in Sachen Fotos unterwegs. Eine Ausbildung habe ich nicht genossen und habe mir alles im Alleingang beigebracht. Als ich mich traute, mein erstes Mailing in meiner Stadt zu verschicken, hatte ich gleich einen inzwischen langjährigen Kunden im Boot. Und eine Hochzeit. :)

 

BF: Gibt es einen Bereich in der Fotografie, in dem Sie besonders gerne arbeiten? Was reizt Sie gerade an diesem Bereich und wie kam es dazu?

Arne von Brill: Was mir am meisten Spaß macht, aber das wenigste Geld einspielt, sind Motive, die ich auf meinen "Foto-Walks" sammele. Das kann in der Natur, aber auch in der Stadt sein. Generell arbeite ich gern im dokumentarischen Umfeld und mit statischen Motiven. Von Tieren einmal abgesehen.

 

BF: Welche waren bisher Ihre zwei schönsten Aufträge und wie kam es zu Ihrem Projekt der Verdener Gesichter?

Arne von Brill: Mein bislang schönstes Projekt entstand in einer Unterkunft für minderjährige Flüchtlinge, dass hoffentlich bald veröffentlicht wird. Das Feedback war einmalig und es sind durchaus ein paar Freundschaften entstanden, die ich nicht missen möchte. Ähnlich war es auch bei meinen "Gesichtern". Ziel war es, einen kleinen geschichtlichen Eindruck von den Menschen in meiner Stadt festzuhalten. Angefangen habe ich mit ein paar Freunden und Bekannten, unter denen auch schon Persönlichkeiten der Stadt waren. Als ich dann mein Projekt auf Facebook vorstellte, ging alles von allein und bald hatte ich meine 600 Gesichter zusammen.

 

BF: Sehen Sie sich als Künstler und die Fotografie als Berufung oder ist das ein ganz normaler Job für Sie?

Arne von Brill: Sowohl als auch. Ich kann es mir, wie viele andere, nicht leisten, normale kommerzielle Aufträge nicht zu machen. Ich befinde mich gerade in einer Phase der Selbstfindung und hoffe, dass ich zukünftig mehr im sozialen Bereich Fotos machen werde. Ich mag dieses Eintauchen in neue Räume und Geschehnisse. Die Ergebnisse sind meist emotionaler geladen als die eines "normalen" Auftraggebers, der seine Firma repräsentiert sehen will. Auch wenn es sicher gut Geld gibt, lehne ich Hochzeiten noch immer ab, bzw. äussere so schräge Vorstellungen, dass mich am Ende nur die ganz besonderen Eheleute noch buchen möchten.

 

BF: Was denken Sie, wie wird man als Fotograf erfolgreich und wie behauptet man sich möglichst lange? Ich habe da meist die Nischen im Auge.

Arne von Brill: Ich pflege mit meinen Mitbewerbern im Ort ein harmonisches Verhältnis und möchte denen nicht in die Arbeit pfuschen. Erfolgt ist relativ. Über eine fehlende Wahrnehmung kann ich mich nicht beklagen. Nur muss die Balance gefunden werden, damit der eigene fotografische "Auftrag" nicht komplett in den Ruin führt. Neben meinen Jobs biete ich zum Beispiel auch Kurse an und gebe somit mein Wissen weiter. Soziale Medien sind ein Muss und natürlich ist es hilfreich, sich in der Öffentlichkeit zu zeigen. Da scheine ich ein ganz gutes Händchen zu haben.

 

BF: Was dürfen Kunden von Ihnen erwarten, wenn Sie gebucht werden? Was zeichnet Ihre Fotografie aus?

Arne von Brill: Ich versuche stets den Vorstellungen meiner Kunden gerecht zu werden. Zur Not muss ich noch einmal ran. Generell mag ich es unkompliziert, ohne viel Technik und komme meinen Kunden oft auch räumlich entgegen, da ich kein eigenes Studio besitze und alles vor Ort mache. Das spart Zeit und Geld.

 

BF: Welchen Weg raten Sie jungen Menschen, die heutzutage Fotograf werden wollen?

Arne von Brill: Das kommt vielleicht etwas auf die jeweiligen Talente an. Ich kenne einige Fotoschaffende, die im Hauptberuf nichts mit der Fotografie zu tun haben, aber Profiqualität liefern würden. Das bringt die digitale Fotografie wohl so mit sich. Generell würde ich anraten, einen modernen Betrieb zu suchen und sich über den "Lehrherr" gründlich zu erkundigen. Deren Material mit anderen zu vergleichen. Die Unterschiede bei den Profis sind mindestens so groß wie bei Amateuren.

 

BF: Zu guter Letzt: Was macht ein Bild für Sie zu einem guten Foto?

Arne von Brill: Das ist sehr unterschiedlich. Es gibt viele perfekte Sonnenuntergänge, tolle Architekturaufnahm und so viel mehr. Wir werden heute ja fast von Bildern erschlagen! Vieles ist aber leider vergleichbar geworden und vieles wiederholt sich. Ich mag generell sehr gern klassische schwarz/weiß Aufnahmen, so wie auch Momente, gern mit einer ordentlichen Portion Tristesse. Mehr Wenders als … - suchen Sie sich einen aus. Ich denke, die größte Kunst ist immer noch ein wirklich gutes Portrait. Da habe ich auch noch sehr viel zu lernen. Aber ich freue mich drauf!

 

 

 

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