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Fotografin Kerstin Seipt Photography

"Ich tue, was ich liebe" - Fotografin Kerstin Seipt im Interview

 

BF: Was ist für Sie das Tolle am Beruf, warum sind Sie Fotografin geworden?
Kerstin Seipt: Eigentlich hatte ich den Wunsch schon als Kind. Warum ich den Schritt erst 2004 wagte, ist eine lange Geschichte. Heute bin ich überglücklich, Fotografin zu sein. Ich arbeite im Studio und mobil, kann damit etwas für andere Menschen tun und sie glücklich machen. Manchen helfe ich sogar damit, wie zum Beispiel bei Bewerbungsfotos. Denn dabei bin ich nur zu 10% Fotografin, aber dafür zu 90% Psychologin, Motivator, Animateur und beste Freundin, der man sich anvertrauen kann.
Tolle Momente erlebe ich immer wieder, wenn meine Gäste auf ihre Fotos schauen und damit glücklich sind, was ich getan habe. Ich erinnere mich besonders gerne an einen Moment bei meiner Abschlussausstellung am Lette Verein. Ich zeigte Burlesque Portraits in mannsgroßen Leuchtkästen, die ich mit meinem Vater in der Garage selbst gebaut hatte. Bei der besagten Ausstellung hatte ich sie mit einem barocken Stuhl, Federboas und Blumen wie in einem Separee inszeniert. Am Stuhl hing ein Kopfhörer mit der Musik von "Fabelhafte Welt der Amelie". Dann sah ich zwei Mädchen, kaum älter als 4, auf dem Stuhl sitzen. Sie lauschten der Musik, schauten auf die romantischen Bilder der Damen, träumten und baumelten mit den Beinen. Das war einer der schönsten Momente bisher.

BF: Welche fotografische Ausbildung haben Sie und seit wann sind Sie als Fotografin selbstständig? Wie schnell kamen die ersten Aufträge?
Kerstin Seipt: Begonnen habe ich mit Praktika bei ha.sch Fotodesign in Hamburg mit Car- und bei Daniel Wetzel Berlin mit Hotel-, Werbe- und Peoplefotografie. Ab 2007 studierte ich Fotodesign am Lette Verein in Berlin. Seit 2005 bin ich freischaffend tätig und seit 2014 habe ich mein eigenes Portraitstudio. Die ersten Aufträge kamen sehr schnell. Ich kann es selbst nicht fassen, dass es so gut läuft. Anscheinend mache ich etwas richtig.

BF: Gibt es einen Bereich in der Fotografie, in dem Sie besonders gerne arbeiten? Was reizt Sie gerade an diesem Bereich und wie kam es dazu?
Kerstin Seipt: Peoplefotografie liegt mir am meisten. Wenn ich Berge in Norwegen sehe, will ich sie nicht fotografieren, sondern einfach nur die Weite und die Stille genießen. Wenn ich aber beispielsweise im Bus sitze, beobachte ich Leute und überlege mir, wie ich sie fotografisch in Szene setzen würde. Mich reizt die Vielfalt des Berufes. Zum Beispiel, dass ich sowohl im Studio als auch on Location arbeiten kann und dass es immer wieder wie eine Premiere ist, weil man zwar die Technik vorher checken kann, aber nie weiß, wie die Arbeit mit dem "Objekt" wird. Jeder Mensch und jedes Tier ist so unterschiedlich, dass man sich nie 100 % darauf vorbereiten kann. Mein Schwerpunkt ist "People und Lifestyle". Ich muss immer ein Stück weit spontan sein, Momente finden und diese festhalten. Und wenn das gelingt und dem Gast auch noch gefällt, ist das so großartig, das will ich nicht mehr missen.

BF: Welche waren Ihre zwei schönsten Aufträge?
Kerstin Seipt: Zwei schönste Aufträge gibt es nicht, es waren einfach schon zu viele Schöne. Und auch "schwierige" Aufträge sind toll, weil ich daran wachsen kann. Bei People-Fotografie geht es viel um Empathie und Rhythmus, um Geduld und um Verständnis für das Gegenüber. Es ist wichtig, eine Verbindung aufzubauen. Erst dann kann ein Portrait entstehen, dass mehr als bloß ein "hübsches Abbild" ist. Wie man das macht, kann man nicht lernen, das muss man fühlen. Man muss sich selbst darauf einlassen, erst dann kann das Gegenüber Vertrauen schöpfen und sich auch einlassen und dann passiert etwas in den Augen. Und dann weißt du, das ist das Portrait dieser Person.

BF: Sehen Sie sich als Künstlerin und die Fotografie als Berufung oder ist das ein ganz normaler Job für Sie?
Kerstin Seipt: Ich sehe mich definitiv nicht als Künstlerin, sondern ich bin kreativ. Das ist für mich ein großer Unterschied. Aber es ist ganz klar meine Berufung und ich bin da angekommen, wo ich immer hin wollte. Es fühlt sich besser an, als ich es mir je erhofft hatte. Und doch ist es definitiv auch ein ganz normaler Job, wo es Tage gibt, wo man nicht gern aufsteht und wo man lieber mal baden gehen will, statt Büroarbeit zu machen. Aber wenn man verstanden hat, dass es im Beruf - egal ob Traumjob oder nicht - auch solche Momente gibt, ist es das Beste, was einem passieren kann. Wenn du in einen Flow kommst, bei dem, was du tust, ist es das Richtige.

BF: Wie wird man als Fotografin erfolgreich und wie behauptet man sich möglichst lange?
Kerstin Seipt: Das muss jeder für sich selbst herausfinden, denn dafür gibt es kein Patent. Ich habe viel dafür getan, bin Risiken eingegangen und musste viel unkonstruktive Kritik von den sogenannten “Künstlern” einstecken. Ich war aber nie blauäugig und habe mich nie verkauft oder verbogen. Ich lebe meinen Traum, solange ich kann, und werde alles dafür tun, ohne mich selbst zu verkaufen. Ich bin auf einem guten Weg, ich tue, was ich liebe. Jeden Tag habe ich das gute Gefühl, dass alles so läuft, wie geplant, dass ich weiß, dass ich es kann, und es am Ende auch klappt. Wo ich sehe, dass es ankommt und wo ich immer wieder das Feedback bekomme, dass meine Gäste glücklich sind. Und wenn die Bilder dann noch überall schöne Emotionen verbreiten und auch ich immer wieder berührt bin, weil ein Gast seine Maske weggeworfen hat und sich mir für einem Moment lang ganz "nackt" gezeigt hat … ist das vielleicht einfach nur Schicksal und Bestimmung.

BF: Was dürfen Kunden von Ihnen erwarten, wenn Sie gebucht werden? Was zeichnet Ihre Fotografie aus?
Kerstin Seipt: Es geht um die Wünsche der Gäste, ich verstehe mich als Dienstleister. Sie bekommen mein volles Engagement, Liebe zum Detail, professionelles Equipment, angemeldete gewerbliche Dienstleistung. Das Zitat aus einem Song von Thomas D. "Ich bin für Dich da - nein, ich bin wegen Dir hier!" trifft es ziemlich gut. Dazu bekommen sie mich, mit eigenen Ideen, Ratschlägen, Erfahrungswerten und mit meinem Herzen.

BF: Welchen Weg raten Sie jungen Menschen, die heutzutage Fotograf werden wollen?
Kerstin Seipt: Darauf kommt es heute nicht an, zum Glück. Jeder muss sich selbst erst mal kennenlernen. Sich die Inhalte der einzelnen Ausbildungswege ansehen und sich überlegen, wohin er will. Dann den entsprechenden Weg beschreiten. Oft merkt man erst im Berufsleben, ob der Weg der richtige war. Praktika vor einer Ausbildung oder einem Studium helfen dabei, den Arbeitsalltag zu verstehen. Der besteht nicht aus Party, interessante Leute treffen und die Welt bereisen. Mappenberatungen in Unis und Hochschulen helfen, seine eigene Arbeit zu verstehen.

BF: Was macht ein Bild für Sie zu einem guten Foto?
Kerstin Seipt: Zu erst einmal, wenn das Auge hängen bleibt, auch wenn man nicht genau weiß, warum das Bild interessant ist und wenn es dann noch den Moment zeigt, Emotionen transportiert, wenn man durch das Bild mit auf eine kleine Reise dorthin genommen wird.

 

 

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