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Fotograf Philipp Arnoldt

"Ich bin gerne Geschichtenerzähler" - Fotograf Philipp Arnoldt im Interview

 

BF: Was ist für Sie das Tolle am Beruf, warum sind Sie Fotograf geworden?
Philipp Arnoldt: Mich treibt ein gewisser Produktionsdrang an und zudem schätze ich ein hohes Maß an Abwechslung in meinem Leben. Als selbstständiger Fotograf meines Genres bin ich dadurch gegen Alltagsfrust gefeit.
Darüber hinaus bin ich mit einer ausgeprägten Fantasie gesegnet, für die ich Ventile brauche. Die Wörter in meinem Kopf schreibe ich auf und die Bilder fotografiere ich.

BF: Welche fotografische Ausbildung haben Sie und seit wann sind Sie als Fotograf selbstständig?
Philipp Arnoldt: Für mich ergab sich der klassische Weg zum Werbefotografen durch eine dreijährige Ausbildung in einem großen Nürnberger Studio. Es folgten Festanstellungen als Fotograf in der Werbung und Mode, sowie weltweite Einsätze auf Kreuzfahrtschiffen. Anfang 2012 ließ ich mich in Berlin nieder und machte mich selbstständig. Da ich hier keinerlei Kontakte hatte, war mein Start nicht gerade ein Selbstläufer. Dass sich nach etwa einem Jahr doch relativ schnell eine recht stabile Auftragslage einstellte, führe ich auf Leidenschaft in meiner Arbeit, Beharrlichkeit in der Akquise und auf die vielen positiven Kundenfeedbacks zurück.

BF: Gibt es einen Bereich in der Fotografie, in dem Sie besonders gerne arbeiten?
Philipp Arnoldt: Meine Hauptbereiche sind Commercial und People. Für mich schließt das schon einmal ziemlich viel ein und wenig aus. Ich portraitiere gerne interessante Menschen, nicht immer nur die klassischen Beauties. Falten, Schrammen und Unebenheiten finde ich fotogener als glatte Haut und perfekte Frisuren. Trotzdem schließe ich Perfektion nicht aus, ein durchtrainierter Körper ist wahrscheinlich an visuellen Informationen gehaltvoller, als die üblichen Maße der meisten Leute. Ich liebe es auch, Geschichten zur erzählen, die sich ohne Worte verstehen. Und auch in der Werbung präferiere ich es, mit Modellen zu arbeiten. Ich denke, Botschaften werden besser aufgenommen, wenn sie durch Menschen vermittelt werden, als durch eine reine Produktfotografie. Zumindest ist es für mich als Fotograf interessanter mit Modellen zu arbeiten und wenn das Interesse des Fotografen geweckt ist, steht einer gelungenen Produktion meist nichts mehr im Weg.

BF: Welche waren bisher Ihre schönsten Aufträge?
Philipp Arnoldt: Jede neue Herausforderung sehe ich als Bereicherung. Zurzeit fotografiere ich zum Beispiel viel für einen bekannten Berliner Personaltrainer, ein Kunde, den ich in vielerlei Hinsicht schätze. Zum Einen hat er den Wert von Werbeproduktionen erkannt und weiß, dass sich die richtigen Investitionen wieder mehrfach auszahlen. Zum Anderen hat er sich bereits von meinen Arbeiten überzeugen können und lässt mir mittlerweile einen großen kreativen Freiraum. Sicherlich ist es für mich als Fotograf immer wichtig zu wissen, in welche Richtung es gehen soll. Layouts und Moods sind somit natürlich willkommen und helfen immer dabei, eine Vorstellung vom geplanten Projekt zu bekommen. Aber manchmal ist es auch schwierig, wenn sich Kunden an Ideen klammern, die fotografisch nicht so ideal umzusetzen sind. Hinzu kommt, dass ich mich mit dem Thema Sport gut identifizieren kann. Es sind Geschichten, bei denen Emotionen zum Einsatz kommen, muskulöse Typen am Start sind und meistens eine entspannte Atmosphäre herrscht. Gute Bedingungen für tolle Fotos.

BF: Sehen Sie sich als Künstler und die Fotografie als Berufung oder ist das ein ganz normaler Job für Sie?
Philipp Arnoldt: Wer Fotografie nur als ganz normalen Job sieht, wird entweder nicht weit kommen oder wohnt in einer Gegend mit echt wenig Konkurrenz.

BF: Wie wird man als Fotograf erfolgreich und wie behauptet man sich möglichst lange?
Philipp Arnoldt: Das ist auch ziemlich abhängig von der Gegend, in der man lebt. Berlin oder Hamburg sind sicherlich nicht mit ländlichen Vororten zu vergleichen. Die Konkurrenz ist viel größer, das Niveau wesentlich höher und die Kunden weitaus anspruchsvoller. Man sollte wissen, welche fotografischen Looks angesagt sind und die sind ziemlich kurzlebig. Es ist daher auch ratsam, sich selbst ständig im Wandel zu befinden, ohne aber seinen eigenen Stil aus dem Auge zu verlieren. Eine eigene Handschrift ist sehr wichtig. Man muss ständig am Ball bleiben, man kann sich eigentlich nie lange auf seinen Lorbeeren ausruhen, sonst bleibt man zurück. A rolling stone gathers no moss!

BF: Was dürfen Kunden von Ihnen erwarten, wenn Sie gebucht werden? Was zeichnet Ihre Fotografie aus?
Philipp Arnoldt: Ich arbeite mit Licht und Schatten und gerade auch Stimmungen und Atmosphären sind mehr sehr wichtig. Platt geblitzte Gesichter oder matschige Lichtsituationen sind nicht mein Fall. Ich bin gerne Geschichtenerzähler und wenn ich das mit Bildern tue, möchte ich mein Publikum begeistern. Das ist mein größter Antrieb. Dabei bediene ich mich gerne ähnlicher Elemente wie in der Filmindustrie, spannende Szenen, tief blickende Momente, ruhige Augenblicke. Ich bin gut organisiert und arbeite in erster Linie für ein perfektes Endergebnis, hinter dem ich stehen kann. Ich arbeite mit einer Phase One Mittelformat Kamera und umfassendem Lichtequipment. Mein Studio befindet sich in Berlin-Wedding.

BF: Welchen Weg raten Sie jungen Menschen, die heutzutage Fotograf werden wollen?
Philipp Arnoldt: Die klassische 3 jährige Ausbildung, so wie ich sie durchgezogen habe, ist sehr umständlich und beinhaltete (damals) viel Theorie, die ich heute nicht mehr gebrauchen kann. Mehrere längere Assistenzen bei etablierten Fotografen sind wohl das Effektivste heutzutage, da einfach sehr viel Praxis gelernt wird. Ein Studium halte ich für überflüssig, die Theorie kann man sich schnell beibringen lassen und dann heißt es, von einem Projekt zum Nächsten zu hangeln. "learning bei doing", hohe Ziele setzen und nicht vergessen, sich bezahlen zu lassen!

BF: Was macht ein Bild für Sie zu einem guten Foto?
Philipp Arnoldt: Ein zufriedener Fotograf und ein zufriedener Kunde.




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