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Fotograf Katy Otto Photographer

„Ich bin gern persönlich“ - Fotografin Katy Otto im Interview

 

BF: Hallo Frau Otto, schön dass Sie Zeit haben für ein kleines Interview! Was ist für Sie eigentlich das Tolle am Beruf, warum sind Sie Fotografin geworden? Katy Otto: Eigentlich wollte ich Journalistin werden und stellte mir vor, als Auslandsreporterin zu arbeiten. Das Studium gefiel mir allerdings nicht und ich brach es ab. Ein Freund meinte dann: "...werde doch Fotografin." Um das herauszufinden, kaufte ich mir eine analoge Spiegelreflexkamera von Praktica, machte meine ersten Schwarz Weiß Fotos im Stil von Modefotografien, entwickelte sie selbst im Labor und befand mich für absolut geeignet als Fotografin. Das tolle am Beruf ist, dass ich etwas Kreatives tun kann. Ich brauche diesen Mix aus Dienstleistung und einem Produkt, das meine Handschrift trägt.   BF: Welche fotografische Ausbildung haben Sie und seit wann sind Sie als Fotografin selbstständig? Wie schnell kamen die ersten Aufträge? Katy Otto: Obwohl ich (damals zumindest) für völlig unnötig erachtete, eine Ausbildung zu benötigen, dachte ich, es wäre vorteilhafter, einen "Schein" vorweisen zu können, um beruflich erfolgreich zu sein. Aus Zeitgründen entschied ich mich für eine zweijährige, schulische Ausbildung zur fototechnischen Assistentin in Freiburg im Breisgau. Ich merkte danach schnell, dass dies lediglich eine solide Basis war, um sich fortan zu spezialisieren. Meine Art, "meine eigenen Bilder" zu machen, wurde dort auch eher (im geschäftlichen Sinne gut gemeint) als "Kunstkram" belächelt. Die Selbständigkeit war professionell gesehen erst nach einigen Jahren Praxiserfahrung in Berliner Fotostudios möglich. Als mir dann meine berufliche Entwicklung als Angestellte zu stagnieren schien, kündigte ich und hatte keine konkreten Pläne. Die Nachfrage einer ehemaligen Kundin nach mir, mich weiter buchen zu können, zwang mich fast, mich selbständig zu machen. Ich startete die ersten Shootings in Mietstudios und dies führte automatisch zu einem eigenen Atelier im Jahr 2004.   BF: Gibt es einen Bereich in der Fotografie, in dem Sie besonders gerne arbeiten? Katy Otto: Die Bereiche haben sich über die Jahre verändert. Anfangs wollte ich mich in der Modefotografie austoben, aber es ging nie wirklich über Sedcard Shootings für Modelagenturen hinaus. In meiner eher altmodischen Ausbildung und auch danach hatte ich keine Kontakte zu Magazinen oder Werbeagenturen geknüpft - ich kam ja aus dem klassischen Handwerk. Ich entschied mich dafür, Geld zu verdienen mit dem, was ich bisher gemacht hatte: z.B. Bewerbungsfotos. Im Prenzlauer Berg, wo ich mein Studio eröffnet hatte, kamen meine eher höherpreisigen Produkte mega gut an zu der Zeit. Schnell hatten wir (ein kleines Team aus Assistenten und Visagisten) einen Verkaufsschlager. Die Kunden kamen plötzlich aus ganz Berlin extra zu uns, weil alle mit den Bildern sehr erfolgreich oder zufrieden waren. Meine Bilder landeten damals sogar in Karriere Beratungsbüchern von Hesse&Schrader. Obwohl diese Art von Business Fotografie nicht mein Favorit war, gefiel mir der Erfolg damit. Im Hinterkopf hatte ich jedoch immer, dass ich das nicht ewig machen will. Ich wollte irgendwann wieder zurück zur Kreativität, was immer das auch sein könnte..   BF: Manche Aufträge sind emotional oder inhaltlich besonders schön… Katy Otto: Es ist tatsächlich eher so, dass ich selten Aufträge habe, die nicht schön sind. Jeder Auftrag ist angenehm, wenn die Kommunikation mit dem Kunden von Anfang an gut läuft und alle am Ende glücklich sind. Ich würde auch einen Auftrag ablehnen, wenn im Vorfeld klar wird, es passt nicht. Das finde ich professionell, mir und dem Kunden gegenüber. Es gäbe also zu viele schöne Beispiele, um sie aufzuzählen. Richtig schön wird es generell, wenn ich beim Arbeiten in eine Art "kreativen Rausch" gerate, mich quasi beim Arbeiten schon sehr über die Motive freue und das Gefühl habe, etwas tolles entsteht gerade. Das kann eine intime Portraitserie sein oder ein Interieurshooting.   BF: Sehen Sie sich dann eigentlich als Künstler und die Fotografie als Berufung oder ist das ein ganz normaler Job? Katy Otto: Das ist schwierig zu beantworten, da ich ja Dienstleister bin, aber immer meine eigen Handschrift einbringe. Über einen langen Zeitraum habe ich mich fast nur über meinen Beruf definiert. Das verschwindet zum Glück langsam und ich möchte ein zufriedenes, sinnvolles Leben nicht mehr von meiner Karriere abhängig machen. Ich hätte eher noch den Traum, die Leute würden mal meine Bilder kaufen wollen, weil es Kunst ist. Dann wiederum nehme ich das nicht so wichtig. Ein Freund fragte mal, was wäre, wenn meine Bilder nicht mehr existieren würden, Festplatte gelöscht oder ähnliches. Ich sagte: " Dann mache ich eben neue." Ich selbst messe meinen Bildern nicht zu viel Bedeutung bei. Im Business muss der Kunde zufrieden sein und mich möglichst weiterempfehlen, damit verdiene ich mein Geld. Es ist dann wohl einfach ein Job, den ich mit einer disziplinierten Leidenschaft betreibe.   BF: Wie wird man als Fotograf erfolgreich und wie behauptet man sich möglichst lange Ihrer Meinung nach? Katy Otto: Disziplin, sich treu bleiben und etwas wert sein, professionell auftreten und nie die Leidenschaft verlieren. Das ist eigentlich ganz einfach, aber zusätzlich muss man sich gut verkaufen können. Ich kann das zum Glück durch mein Wesen, meine Art mit Leuten zu kommunizieren und mich auf sie einstellen zu können und auch zu wollen. Ich bin gern persönlich und das ist ein großer Vorteil. Natürlich musst Du auch Qualität abliefern... sonst nützt alles andere auch nichts. Ach ja, man muss einen langen Atem haben.   BF: Was dürfen Kunden von Ihnen erwarten, wenn Sie gebucht werden? Was zeichnet Ihre Fotografie aus? Katy Otto: Ich berate gerne und biete viel Service an. Manchmal ersetze ich den Art Director und entwickele Konzepte mit dem Kunden. Bei Reportagen lässt man mir am besten freie Hand. Ich finde mich immer ein in ein Event, fühle das Geschehen und was gerade passiert, fange Situationen ein, die manchmal sogar weniger effektvoll im Moment waren, aber auf dem Foto großartig wirken. Das ist eine meiner Stärken. In der Nachbearbeitung habe ich auch einen eigenen Stil, immer etwas rauer als zu weich. Es gibt Kunden, die mich genau deswegen buchen.   BF: Welchen Weg raten Sie dann jungen Menschen, die heutzutage Fotograf werden wollen? Katy Otto: Die meisten Ausbildungen heutzutage sind zwar kostenpflichtig, aber sehr gut. Von einer klassischen Ausbildung im Fotostudio würde ich aber abraten, zumindest wenn man eine spätere Selbständigkeit plant. Die Fotoschulen vermitteln nicht nur ein umfassendes Branchenwissen, sondern auch meistens schon im Studium Kontakte zu späteren potenziellen Kunden.   BF: Welche Kriterien außer der eigenen Bildsprachen machen ein Bild Ihrer Meinung nach noch zu einem richtig guten Foto? Katy Otto: Ich achte tendenziell sehr auf die technische Qualität der Fotos, wobei ich übermäßige Retusche ablehne. Die Komposition und die Details sind mir wichtig. Wenn ich sehe, dass auf dem Foto ein besonderer Moment festgehalten wurde, mag ich es. Dann kann auch die technische Komponente in den Hintergrund geraten. Modefotos sind oft beliebig und ohne Geschichte.Je weniger man erkennt, dass das Foto inszeniert ist, um so besser finde ich es. Oliviero Toscani, ein berühmter Werbefotograf, den ich treffen durfte, sagte aber: "Alles ist inszeniert!".    
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