Fotografen Verzeichnis deutscher Berufsfotografen:

Wir hoch sind die Tagessätze von Fotografen derzeit? Die Umfrage zur Situation in der professionellen Fotografie ist ausgewertet.



Zum zweiten Mal haben wir jetzt die Fotografen im deutschsprachigen Raum befragt, wie hoch die Tagessätze derzeit wirklich sind und wie die allgemeine Situation im Job zur Zeit und in naher Zukunft eingeschätzt wird.

Ein kleines Resümee vorab: Im Vergleich mit dem letzten Jahr ist der Anteil der Fotografen, denen es wirtschaftlich gut geht, genauso gewachsen wie derer, die zu kämpfen haben. Das Mittelfeld rückt zusammen, hier scheint der Konkurrenzdruck am stärksten zu sein. Schön ist, dass dennoch knapp 75% der Fotografen Ihre Situation positiv sehen und somit mit Freude im Berufsleben stehen.

Allgemein lässt sich sagen, dass der Anteil der Quereinsteiger in die Fotografie steigt. Immer günstigere und einfacher zu bedienende Kameratechnik macht es möglich, dass passable Ergebnisse auch im Selbststudium erreicht werden können. Da mittlerweile jedes Kind mit Handykameras den spielerischen Umgang mit der Fotografie lernt, wird auch in den nächsten Jahren der Berufswunsch Fotograf nicht seinen Reiz verlieren.

Die befragten Fotografen waren übrigens zwischen einem und 30 Jahren im Geschäft, einige sogar noch etwas länger. Den Ergebnissen der Umfrage nach arbeitet der Großteil der Fotografen auf selbstständiger Basis und zwar als freier Fotograf. Der durchschnittliche Selbstständige hat demnach Kamera,- Licht-, und Computerequipment im Wert von ca. 25.000 € und ist hauptsächlich für Unternehmen oder Werbeagenturen tätig.

Würde er sich heute selbstständig machen, würde er weit weniger investieren und gerade teure Technik nur im Bedarfsfall mieten. Hier macht sich die geringere Nutzungsdauer von Kameras bemerkbar. Eine Leica oder Sinar konnte ein Fotograf ein Berufsleben lang nutzen, Digitalkameras sind nach wenigen Jahren technisch veraltet.
Ein interessantes Ergebnis ist, dass nur 20% in naher Zukunft die professionelle Aufnahme von Videos anbieten werden. Hier scheint die Abgrenzung zwischen Fotografen und Filmern aufgrund des unterschiedlichen Workflows bei der Vor- und Nachbereitung von Fotos und Videos noch weiterhin zu bestehen.
 

Hier nun die Umfrageauswertung in allen Details: Wie viele Jahre ist ein Fotograf im Beruf tätig?

Dass man als Fotograf ein Leben lang arbeiten kann, wenn man seine Nische gefunden hat, beweisen die Antworten auf die Frage zu den Berufsjahren. So gibt es eine gleichmäßige Verteilung von Fotografen, die zwischen einem und 30 Jahren im Beruf arbeiten. Es gibt sogar einige wenige, die über 40 Jahre lang tätig sind. Und so sieht die Verteilung aufgeschlüsselt aus:



Die Hauptarbeitsbereiche der Fotografen:

Es war nicht verwunderlich, dass die meisten Fotografen im Bereich der Werbung und Peoplefotografie tätig sind.
Die anderen Arbeitsbereiche verteilen sich relativ gleichmäßig. Hier waren Mehrfachnennungen in der Umfrage möglich.



Hat die Mehrzahl der Fotografen heute ein eigenes Studio?

War die Fotografie früher eher ein stationäres Gewerbe, hat sich der Trend zum flexiblen Arbeitsplatz verstärkt. Über 60% der Fotografen arbeiten nur noch aus einem Büro heraus und mieten bei Bedarf das Studio in der nötigen Größe. Das spart Fixkosten und macht weitgehend unabhängig von einem Ort.



Wie ist das Verhältnis zwischen angestellten und freiberuflich arbeitenden Fotografen?

Die Verteilung ist deutlich: knapp 90% sind freie Fotografen, von denen arbeiten über 60 % aus einem Büro ohne angeschlossenem Fotostudio. Dazu passt, dass ebenfalls nur gut 10% als GbR oder in einer anderen Gesellschaftsform firmieren.



In welcher Rechtsform wird gearbeitet?




Welche Ausbildung haben die meisten Fotografen?

Der Anteil der handwerklich ausgebildeten Fotografen sinkt seit der Liberalisierung der Handwerksordnung und betrug in 2013 rund 40%. Es wird interessant sein, wie sich dieser Wert in Zukunft entwickelt. Nur 13 % der befragten Fotografen gab an, eine private oder staatliche Fotoschule besucht zu haben.



Wie war die Auftragslage für Fotografen?

Im letzten Jahr schätzten knapp 50% der Fotografen die wirtschaftliche Situation als „sehr gut“ oder „gut“ ein . Das ist ein erfreulicher Wert, denn im Jahr davor lag dieser Wert noch rund 10% niedriger. Am anderen Ende hat sich die Anzahl leider ebenfalls vergrößert. Als „schlecht“ oder „existenzbedrohend“ sahen 26,1% der Fotografen die Lage (Vorjahr 21,6%).



Wie viele Buchungstage hat ein Fotograf durchschnittlich im Monat?

Wie häufig ein Fotograf im Monat gebucht wird, macht den alles entscheidenden Unterschied zwischen Erfolg und Misserfolg aus. Wir haben gefragt, wie viele Buchungstage die Fotografen im letzten Jahr durchschnittlich jeden Monat abrechnen konnten. 



Wie hoch sind die Tagessätze von Fotografen in der Werbung?

Aus der vorherigen Frage wissen wir, dass der Großteil der Fotografen monatlich weniger als 10 Buchungstage abrechnen kann. Um die Fixkosten decken und Gewinn erwirtschaften zu können, ergibt sich in Bezug auf die Buchungstage ein entsprechender Tagessatz. Dieser liegt im Bereich der Werbefotografie derzeit bei rund 1.500 €. Es gibt aber auch einen ziemlich großen Anteil an Fotografen, die ihre Leistung unter 1.000 € / Tag anbieten.



Wie ist die Höhe der Tagessätze von Fotografen bei Editorial-Shootings?

Bei redaktionellen Aufträgen konnten Fotografen immer schon weniger Honorar berechnen. Hier liegt eine realistische Höhe bei 600 oder 800 €.



Wie ist die Höhe der Fotografen-Tagessätze bei Privatkunden?

Für Privatkunden arbeiten Fotografen meist nur im Bereich von Hochzeiten auf einer Tagessatz Basis. Die mit 21% größte Gruppe berechnet 800 € je Buchungstag.



Wie variabel handhaben Fotografen die Höhe ihres Tagessatzes?

Unterschiedliche Tagessätze bei Privatkunden und bei Firmen oder Werbeagenturen zu haben, macht durchaus Sinn. Schwieriger wird es für den Freiberufler, bei ein und demselben Kunden wechselnde Tagessätze zu fordern. Akzeptiert der Kunde aber Pauschalangebote, lässt sich das Honorar gut darin verstecken und es gibt zudem auch weit weniger Diskussionen über einzelne Punkte im Angebot.



Wie viele Stunden arbeitet ein Fotograf für einen Tagessatz?

Dies ist sicherlich stark vom jeweiligen Job, Auftraggeber und der eigenen Einstellung zum Arbeitsalltag abhängig. Für knapp 40% der Fotografen bedeutet eine Buchung zeitlich vollen Einsatz, egal wie lange der Job dauert.



Welche Versicherungen haben Fotografen?

Ein leidiges Thema für viele Fotografen sind immer noch die berufsspezifischen Versicherungen. So haben nur 50% eine Technikversicherung, aber immerhin 72,8% eine Berufshaftpflicht. Allerdings herrscht eine große Unwissenheit in Bezug auf die Leistungen der abgeschlossenen Verträge. Knapp 50% haben keine Ahnung, ob zum Beispiel die Datenrettung mitversichert ist oder der Diebstahl nachts aus einem Auto im Ausland.


Nutzungsrechte in der Fotografie

Durch die Einräumung von Nutzungsrechten konnten viele Fotografen früher gut verdienen. Mittlerweile können diese bei Agenturen und Unternehmen seltener durchgesetzt werden. Ein erfreulich hoher Wert von knapp 40% berechnet Auftraggebern dennoch „fast immer“ oder „oft“ Nutzungsrechte.



Wie werden Reisetage in der Fotografie berechnet?

Wirtschaftlich gesehen muss ein Fotograf auch die Zeit berechnen, die er zum Auftrag hin und wieder zurückreist, denn an diesen Tagen kann er letztlich nicht für andere Auftraggeber arbeiten. Über 50% der Fotografen handhaben dies pauschal und über 30%, berechnen einen halben Tagessatz.



Wie viel Geld haben Fotografen in Equipment investiert?

Die meisten Fotografen haben zwischen 10.000 und 50.000 € für Equipment ausgegeben. Würden Sie jetzt sich jetzt erneut selbstständig machen, wären es nur noch 5 - 25.000 €.



Wieviele verschiedene Auftraggeber hatte ein Fotograf im Jahr?

Hier ist es natürlich stark davon abhängig, in welchem Bereich der Fotograf arbeitet. Ein Fotograf, der für große Agenturen wochenlange Jobs macht, benötigt weniger Auftraggeber als einer, der im Privatkundenbereich tätig ist



Wie wollen Fotografen in naher Zukunft investieren?

Investieren die Fotografen? Eher sehr verhalten: Mehr als 5.000 € wollen nur knapp 20% der Fotografen in naher Zukunft in Kameratechnik investieren. Bei Licht- und Computertechnik wollen die meisten - wenn überhaupt - nur max. 5.000-10.000 € investieren.


Werden Fotografen auch Videos anbieten?

Seitdem fast jede Profikamera auch qualitativ ordentliche Videos machen kann, stellen sich immer mehr Fotografen die Frage, ob sie sich mit diesem Thema beschäftigen sollten. Wir haben gefragt, wer in naher Zukunft Videos mit anbieten wird.



Nachberarbeitung von Fotos und Filmen:

Die Nachbearbeitung von Fotos und Filmen unterscheidet sich stark und so ist es nicht verwunderlich, dass über 50% der Fotografen derzeit keine Bewegtbilder anbieten möchten. Hier wird die Zukunft zeigen, ob Kunden einen verstärkten Bedarf an Filmen haben und die Fotografen sich zwangsläufig mit der Materie des Filmschnitts auseinandersetzen müssen, um konkurrenzfähig bleiben zu können. Steigt die Nachfrage deutlich, könnte dies nach den Veränderungen durch die Digitalisierung, die nächste größere Herausforderung für Fotografen sein.


Mit welchen Maßnahmen wollen Fotografen zukünftig die Neukundenakquise intensivieren?

Neue Kunden zu akquirieren ist für viele eine unangenehme Herausforderung, die aber oftmals auf den wirtschaftlichen Erfolg einen entscheidenden Einfluss hat. Wir wollten wissen, welche Maßnahmen die Fotografen planen.



Woher kommen derzeit neue Kunden?



Wie viele Fotografen buchen Fotoassistenten oder beschäftigen Fotopraktikanten?

87,9% der befragten Fotografen arbeiteten im letzten Jahr mit festen oder freien Assistenten zusammen. Nur 30% haben einen Praktikanten beschäftigt.


Das Resümee:

Für Fotografen, die eine Nische besetzt haben, scheint die wirtschaftliche Lage derzeit gut zu sein. Viele haben ein positives Bild des Berufes gezeichnet und die Zufriedenheit mit dem Job wurde oft als hoch eingeschätzt. Somit bleibt zu hoffen, dass diese erfreuliche Entwicklung auch in den nächsten Jahren trotz der stärker werdenden Konkurrenzsituation anhält.


Für alle, die diese Umfrage in Ruhe lesen möchten, gibt es hier das PDF der Umfrage zum Download: PDF Umfrage Berufsfotografen






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