Fotografen Verzeichnis deutscher Berufsfotografen:

07.09.2017 - 15:44 Uhr

"Wir lieben Verkäufer!" - Im Gespräch mit dem Fotografen Marco Wydmuch

BF: Hallo Herr Wydmuch, gibt es bei all Ihren Bildern ein Foto, was ganz besonders für Sie steht?

Marco Wydmuch: Ja, das gibt es wirklich. Angefangen hat nämlich alles bei mir mit einem Staubsauger, der ein futuristisches Design hatte. Mich hat es gereizt, ihn so in Szene zu setzen, wie ich das normalerweise mit Menschen mache. Auf diese Bilder kamen sofort Anfragen unter anderem von jemanden, der verchromte Badarmaturen für seinen Onlineshop haben wollte. Er meinte: “Sie haben es geschafft, den Staubsauer so sexy zu fotografieren, dann bekommen Sie das auch mit den verchromten Armaturen hin.” Das war dann mein Startschuss in die Produktfotografie. Die Konkurrenz im People-Bereich ist groß und im Gegensatz zur Produktfotografie auch nicht so gut bezahlt. Mittlerweile bedienen wir bei Glamourpixel Fotodesign nur noch Werbekunden. 

 

BF: Hat Ihr Herz geblutet, als Sie von der People- zur Produktfotografie gewechselt haben?

Marco Wydmuch: Nein, überhaupt nicht. Man sagt ja, wenn man in der einen Sache seinen Meister gefunden hat, alles gemacht hat, was in dem Bereich möglich ist, sollte man sich dem nächsten Bereich zuwenden. Ich entwickle mich gern weiter und die Produkt- und Werbefotografie ist um so viele Facetten vielseitiger, als die Personenfotografie. Die Kunden, ihre Anforderungen und ihre Produkte sind unglaublich vielfältig.

 

BF: Sie reden von Glamourpixel im Plural ...

Marco Wydmuch: Ich habe die Marke Glamourpixel gegründet. Meine Frau und ich haben mehrere Mitarbeiter und ich bilde auch im Fotografenhandwerk mit Schwerpunkt Produktfotografie aus.

BF: Da Sie ausbilden, scheint das Ihnen Freude zu machen..

Marco Wydmuch: Ohja, ich gebe mein Wissen sehr gern weiter, nicht nur in der Ausbildung, sondern auch in Workshops. Das eigene Wissen verfestigt sich ja, wenn man davon erzählt. Letztes Jahr bin ich von der Handwerkskammer Münster als Ausbildungsbetrieb ausgezeichnet worden, nachdem eine Auszubildene die Prüfung mit Bravour bestanden hatte. Das war auch für mich eine riesige Freude.

 

BF: Wie sind Sie eigentlich selbst zur Fotografie gekommen?

Marco Wydmuch: Das ist viele Jahre her. Ich hatte schon seit meiner Jugend eine Kamera und habe meine Freundinnen, Bienen und Blümchen fotografiert. Anfang der 2000er Jahre habe ich bei der Onlinefotocommunity so viele gute Fotos gesehen, dass ich motiviert war, nicht nur zu knipsen, sondern professioneller zu fotografieren. Fotografie wurde dann zu einem Hobby, in das ich viel Zeit, Geld und Nerven investiert habe. Zu der Zeit habe ich bei Nokia in der Industrie gearbeitet und habe dann mit dem fotografischen Wissen mehrere Fotostudios aufgebaut. Ich habe für Nokia Produkt- und Werbefotos und kleinere Videos mit Reparaturanleitungen gemacht. Hobby und Beruf sind so zusammengeschmolzen.

 

BF: Sie haben nie eine Ausbildung zum Fotografen gemacht?

Marco Wydmuch: Ich bin Quereinsteiger, habe von der Handwerkskammer Münster eine Sondergenehmigung bekommen und darf ausbilden. Ursprünglich bin ich gelernter Radio- und Fernsehtechniker und habe ein Fachabitur in Elektrotechnik gemacht.

 

BF: Gibt es noch Bereiche, in denen Sie sich weiterentwickeln wollen?

Marco Wydmuch: Die 360°-Fotografie interessiert mich. Als Unternehmer will ich nicht nur bessere Fotos machen, sondern die Kunden noch mehr begeistern. Mich beschäftigt die Frage, wie ich das Studio noch wirtschaftlicher aufstellen kann und wie ich noch mehr Arbeitsplätze schaffen und wachsen kann. Das Tolle an meinem Beruf ist, dass man nie auslernt. Ich sehe mich als Künstler und Handwerker - der Künstler muss sein Handwerk beherrschen: Technik, Lichtsetzung, Nachbearbeitung. Wenn man sein Handwerk nicht beherrscht, kann man Kunst nicht umsetzen.

 

BF: Was bekommen Kunden von Ihnen?

Marco Wydmuch: Sie dürfen allerbeste Fotoqualität erwarten, wie sie es von großen Werbeagenturen kennen. Unsere Fotos sind so gut, dass ich den Kunden zu mehr Verkaufserfolg verhelfe. Ich versuche den Kunden immer auch ein optimales Preis-Leistungsverhältnis zu bieten. Ich versuche alle Kunden, Auftraggeber, Mitarbeiter mit dem gleichen Respekt zu behandeln. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass man seine eigenen Ziele einfacher erreicht, wenn man mit Leuten und nicht gegen Leute arbeitet. Außerdem macht es viel mehr Spaß.

 

 

BF: Was ist für sie allerbeste Fotoqualität?

Marco Wydmuch: Wenn es 10 Qualitätsmerkmale gäbe, stünde auf dem ersten Platz das richtige Licht, gefolgt von der Schärfe, der Bildkomposition, der Bildidee an sich, der Farbechtheit, sodass der Endverbraucher einen unverfälschten Eindruck von dem Produkt bekommen. Zudem muss es auf den Fotos eine Atmosphäre geben, so dass sie emotional ansprechend sind.

 

BF: Einer Ihrer schönsten Aufträge …

Marco Wydmuch: ...fand auf Sylt statt. Wir haben dort superschöne Ferienhäuser 5 Tage lang abgefilmt. Wir durften uns bei dem Auftrag kreativ austoben, dekorieren, Frühstück herrichten, einrichten. Ich bin dann mit einer Steadycam durch die Räume geglitten wie bei einem Drohnenflug. Das Equipment musste ständig auf- und abgebaut werden. Das Wetter war wechselhaft. Wir hatten Zeitdruck, haben von morgens um 8.00 bis abends 22.00 gearbeitet. Der Kunde war am Ende glücklich und hat schon nach zwei Tagen bezahlt.

 

BF: Was raten Sie jungen Menschen, die Fotograf werden wollen?

Marco Wydmuch: Dass sie für den Beruf brennen müssen. Einfaches Interesse reicht nicht aus. Wir haben letztes Jahr auf einen Ausbildungsplatz 130 Bewerbungen bekommen. Wir suchen uns dann meist jemanden aus, der schon eine Weile fotografiert hat, Abitur zu haben, ist auch gut. Ich möchte, dass die Auszubildende schon weiß, was ein gutes Foto ausmacht, am besten Photoshoperfahrung und einen Motivblick hat. Quereinsteiger machen ja nur das, was ihnen Spaß macht. In der Ausbildung hat man aber ein breites Lernspektrum. Die Berufsschule vermittelt theoretisches Wissen, der Betrieb viel Praxis. Ich würde jungen Leuten die Ausbildung empfehlen, obwohl ich diese selbst nicht gemacht habe, denn ich halte die Ausbildung auch für zeitgemäß. Wie gut die Ausbildung ist, hängt natürlich vom Betrieb ab und das merkt man erst, wenn man in dem Betrieb ist. Bei uns im Betrieb ist es sehr kollegial, sehr freundlich. Wir führen zum Beispiel auch ein Gleitzeitkonto für die Auszubildenden. Mir ist es wichtig, dass sich die Leute wohl fühlen.

 

BF: Vielen Dank für das Gespräch.

 

 

 

Mehr Bilder von glamourpixel / Marco Wydmuch findet man auf seiner Internetseite oder seinem BF Profil

 

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