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17.10.2017 - 14:02 Uhr

"Die beste Entscheidung, die ich hätte treffen können" - im Gespräch mit Fotograf Matthias Gottwald

BF: Hallo Herr Gottwald, Sie haben eine ziemlich spannende Vergangenheit mit einem Wechsel von einer kreativen Beschäftigung über einen soliden Beruf wieder zu etwas Kreativem...

Matthias Gottwald: Ja, das stimmt. Ich habe 17 Jahre lang Hip-Hop Songs aufgenommen, weltweit, unter anderem auch mit Produzenten aus Norwegen oder den USA. Letztlich war es ein Hobby, das mir Spaß gemacht hat, von dem ich aber nicht leben konnte. Ich habe parallel zehn Jahre als Fremdsprachenkorrespondent in kleineren und größeren Firmen gearbeitet. Nebenberuflich war ich seit 2013 als Fotograf tätig, und habe dann quasi über Nacht entschieden, dass ich jetzt und mit vollem Herzen professionell in die Fotografie gehen möchte. Zurückblickend war es die beste Entscheidung, die ich jemals hätte treffen können. Ich liebe die Abwechslung, das Lebendige in diesem Job.

 

BF: Fotografisch sind Sie vielseitig, haben mittlerweile Ihren Fokus aber auf Businessfotos und Imagefilme gelegt.

Matthias Gottwald: Ich finde Start-ups, Einzelunternehmer, also Leute, die sich etwas aufbauen, einfach spannend, und musste mich einfach auf einen Bereich festlegen, auch wenn mir das menschlich eigentlich widerstrebt. Die Arbeit mit Gründern, die außergewöhnliche Projekte umsetzen, macht aber tatsächlich verdammt viel Spaß. Bei großen Konzernen habe ich als Fotograf nicht so einen kreativen Spielraum. Gründer sind bei ihrer fotografischen Selbstdarstellung offener und wagen mehr. Das ist letztendlich nicht nur für mich persönlich, sondern meiner Meinung nach vor allem auch für meine Auftraggeber wichtig. Warum? Das können Sie hier nachlesen.

 

 

BF: Gerade im Businessbereich tummeln sich viele Fotografen mit ganz unterschiedlichen Qualitätsansprüchen. Was können Kunden von Ihnen erwarten?

Matthias Gottwald: Ich arbeite immer mit voller Leidenschaft und plane mit den Kunden alles ganz genau vorab. Das gibt dem Auftraggeber und mir eine gewisse Sicherheit beim Shooting – andererseits ist auch die Flexibilität vor Ort nicht zu unterschätzen, denn viele Bilder leben von der Einzigartigkeit des eingefangenen Moments. Die Symbiose aus beidem – Planung und Spontanität – macht für mich das perfekte Foto aus. Mir ist auch wichtig, den Kunden und seine Bedürfnisse zu kennen. Das braucht Zeit in der Vorbereitung, welche ich mir gern nehme. Die künstlerische Bearbeitung der Bilder nach dem Shooting nimmt auch seine Zeit in Anspruch. Nur so gelange ich zu außergewöhnlichen Businessfotos, die stimmig sind.

 

BF: Würden Sie Ihre Fotografie als künstlerisch bezeichnen bzw. sehen Sie sich als Künstler?

Matthias Gottwald: Ja und nein. Ich fotografiere mit sehr viel Begeisterung auch künstlerisch, aber das Handwerk ist mir ebenso wichtig. Wenn ich an einem Abend 200 Leute auf einem Event fotografiere, muss es schnell gehen, bei Portraits von Firmenchefs ist das oft nicht anders. Das Handwerkliche muss man dabei beherrschen, sonst funktioniert es nicht. Ich mag solche Aufträge, weil man dabei lernt, immer schneller zu funktionieren, weil man jedes Mal aufs Neue, und auf eine andere Art gefordert wird. An vielen selbsternannten Künstlern irritieren mich die großen Egos. Wenn jemand proklamiert, dass er „Kunst“ macht und mitunter schon allein durch seine Körperhaltung vorgibt, das Leben verstanden zu haben und man diese Weisheit in seinen Bildern (oder seinen Songs, oder seinen Gedichten, oder seinem Tanz) findet, bin ich oft schnell angeödet oder lächle wortlos in mich hinein. Aber es gibt natürlich diese Wow-Fotos, Geniestreiche, deren Macher auch ich durchaus für Künstler halte.

 

BF: Ein starkes Ego ist vielen Fotografen eigen…

Matthias Gottwald: Interessanter Punkt, dem ich teilweise widerspreche. Sicherlich gibt es viele Egotypen unter uns Fotografen. Ich für meinen Teil mag es eher gemeinschaftlich, und viele andere tun dies auch. Zum Beispiel habe ich gemeinsam mit meinem befreundeten Fotografen Marius Bauer ein Netzwerk für Berufsfotografen und Filmer in Berlin aufgebaut. Wir treffen uns monatlich und besprechen abwechselnd Theorie und Praxis, und helfen uns bei berufstypischen Fragestellungen. Dabei diskutieren wir auch unsere Bilder. Die Mitglieder sind eben keine Egotypen, sondern teilen gern ihr Wissen, ihre Erfahrungen und geben sich gegenseitig Tipps. Ich stelle auch außerhalb unseres eigenen Netzwerkes fest, dass der Trend weg vom Konkurrenzdenken und hin zu mehr gegenseitiger Unterstützung geht. Mich persönlich interessiert dieses Ego-Spiel menschlich auch gar nicht. Mit Kollaborateuren und Freunden entstehen mehr Chancen für jeden von uns. Wir geben Aufträge auch mal ab, arbeiten im Team, wachsen miteinander. Es funktioniert einfach besser, wenn man das Ego ausschaltet.

 

BF: Gibt es eines Ihrer Bilder, was für Sie besonders ist?

Matthias Gottwald: Ich mag ein Businessfoto besonders, das in einem freien Projekt entstanden ist. Zwei Geschäftsmänner sitzen am Tisch, während hinter ihnen ein Bild mit genau demselben Motiv hängt. Die Leinwand hing dann im selben Besprechungszimmer an der Wand, wo das Foto aufgenommen wurde. Es ist ein Bild im Bild im Bild im Bild – und dann beginnt das kreative Chaos.

 

BF: Vielen Dank für das Gespräch

 

 

Weitere Bilder von Matthias Gottwald findet man auf seinem BF Profil oder im Netz unter: 

www.der-gottwald.de

www.facebook.com/DerGottwald

sowie außerhalb des Business-Bereiches unter www.hochzeitsfotograf-mitte.de

 

 

 

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