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“Fehler machen gehört dazu.” - Fotograf Richard Wesner im Interview

 

BF: Was ist für Sie das Tolle am Beruf, warum sind Sie Fotograf geworden?
Richard Wesner: Ich und meine Kollegen arbeiten gerne mit Menschen und die Fotografie gibt uns die Möglichkeit viele neue Personen kennenzulernen und etwas sehr Schönes mit und für sie zu erarbeiten. Ich selbst habe mich bewusst vom Webdesign weg entwickelt, weil ich hinausgehen wollte, um aktiv und kreativ zu arbeiten und etwas zu erleben. Die Fotografie bietet mir diese Chance. Sie ist eine Gabe, die lehrt, die Welt mit anderen Augen zu sehen uns sie ermöglicht es mir darüber hinaus, diese Blickwinkel mit anderen zu teilen und sie zu inspirieren, sei es zum Reisen, zum Genießen oder zum schön Aussehen.

BF: Welche fotografische Ausbildung haben Sie und seit wann sind Sie als Fotograf selbstständig? Wie schnell kamen die ersten Aufträge?
Richard Wesner: Am Anfang ist es nicht leicht, an Aufträge zu kommen. Zum Einen, weil es sehr viele Fotografen gibt und man zunächst sehr ungeduldig ist. Aber auch, weil man sich selbst anders sieht, als es die potenziellen Kunden tun. Ich bin Quereinsteiger und habe mich aus Leidenschaft und bewusst dafür entschieden zu fotografieren. Es ist meine Art geworden, mich auszudrücken und zu zeigen, was ich als zeigenswert empfinde. Ich habe auch einen längeren Kurs zum Thema Fotografie hinter mich gebracht, um die ganze Theorie hinter der Fotografie zu lernen und mich zertifizieren zu lassen, aber das habe ich getan, als ich bereits viele Kunden und regelmäßige Hochzeitsbuchungen hatte. Eine Ausbildung sagt meiner Meinung nach nichts darüber aus, ob man etwas wirklich kann. Und es hat auch keinen Einfluss darauf, ob die Ergebnisse jemandem gefallen. Man lernt meiner Meinung nach nur durch Interesse, Leidenschaft und durch das Machen. Fehler machen gehört auch dazu.

BF: Gibt es einen Bereich in der Fotografie, in dem Sie besonders gerne arbeiten? Was reizt Sie gerade an diesem Bereich und wie kam es dazu?
Richard Wesner: Drei Dinge liebe ich besonders: Zuerst die Hochzeitsfotografie, weil Hochzeiten einfach ein wundervolles Umfeld mit vielen hübschen Motiven und gut gelaunten Menschen liefern, zweitens die Reise- und Landschaftsfotografie, weil ich damit das Kennenlernen der Wunder unserer Welt und neuer Kulturen verbinde und zu guter Letzt die Business- und Bewerbungsfotografie, weil ich diese als die schwerste Art der Fotografie empfinde. Businessfotografie stellt eine Herausforderung dar, weil man vor allem Empathie braucht und emotionale Intelligenz. Der Grund dafür ist, dass der Kunde meistens im Grunde keine Lust auf Portraits hat und gezwungen ist, diese erstellen zu lassen. Und er muss auf diesen Bildern auch noch sehr gut wirken. Ich habe ein genaues Bild davon, wie der Mensch wirken sollte und versuche dieses zu erreichen. Dieses Spannungsfeld reizt mich jedes Mal aufs Neue. Und man weiß nie, wer als Kunde zu einem kommt.

 

 

BF: Welche waren Ihre zwei schönsten Aufträge und warum?
Richard Wesner: Das ist schwierig, denn es war viel Schönes dabei. Aber ich erinnere mich immer wieder gerne an das schwierige After-Wedding Shooting auf Sardinien. Wir haben uns wirklich gequält, im Brautkleid und mit der Ausrüstung durch Gestrüpp und Berghänge hoch und runter zu wandern. Aber der Schweiß war es wert, die Erfahrung war unbezahlbar und die Ergebnisse beeindrucken heute immer noch jedes Brautpaar, das uns im Büro besucht. Und als Zweites erinnere ich mich auch immer wieder gerne an meine erste fotografierte Hochzeit zurück, weil ich damals selbst noch nicht wusste, was dabei herauskommen wird und es zum Glück sehr gute Ergebnisse wurden. Ich hatte mich im Vorfeld so sehr vorbereitet, aber habe dann feststellen müssen, dass vor Ort keine Zeit bleibt, um sich Gedanken über das Vorbereitete zu machen.

BF: Sehen Sie sich als Künstler und die Fotografie als Berufung oder ist das ein ganz normaler Job für Sie?
Richard Wesner: Ich sehe in der Fotografie mittlerweile meine Berufung, vor allem, weil der Dank der Brautpaare und auch der Businesskunden mir den Eindruck vermittelt, dass es vielleicht der mir zugedachte Platz in der Welt ist, mit dem ich Anderen weiterhelfen kann.

BF: Wie wird man als Fotograf erfolgreich und wie behauptet man sich möglichst lange?
Richard Wesner: Erfolgreich wird man nur mit viel Geduld und wenn man regelmäßig überdurchschnittliche Ergebnisse liefert. Man braucht einen unersättlichen Wissensdurst und muss stetig an den eigenen Fähigkeiten arbeiten. Nur wer seine Arbeit gerne macht und sich mit den Ergebnissen identifiziert, ist regelmäßig bereit mehr zu tun, als er muss ... und die Kunden spüren das.

BF: Was dürfen Kunden von Ihnen erwarten, wenn Sie gebucht werden? Was zeichnet Ihre Fotografie aus?
Richard Wesner: Ich denke, es zeichnet meine Fotografie aus, dass sie lebendig und unkonventionell ist. Vielleicht gerade, weil ich als Quereinsteiger autodidaktisch an das Thema herangegangen bin. Das vermittle ich auch unseren anderen Fotografen. Am Ende haben sie es selbst in der Hand, was und wie sie es leisten. Kunden schätzen es, wenn man sie gut aussehen lässt, wenn sie sich gut behandelt fühlen und sie bei dem Shooting auch Spaß haben. Das alles können die Kunden von mir erwarten. Die Ergebnisse selbst müssen natürlich ebenfalls stimmen.

BF: Welchen Weg raten Sie jungen Menschen, die heutzutage Fotograf werden wollen?
Richard Wesner: Ich persönlich denke, es ist egal, wie man zur Fotografie kommt. Wer das Fotografieren und seine Ergebnisse liebt, der kann sich eine völlig neue Weltanschauung schaffen. Man entwickelt ein Auge für kleine schöne Momente und Dinge, die den Alltag schöner machen. Auch ohne Kamera geht man dann bewusster durchs Leben. Solange es nur ein Zweck ist, um Geld zu verdienen, wird man auch nur durchschnittlich gut sein. So wie alle Anderen, die die Fotografie rein des Geldes wegen betreiben. Die tun nur das, was ausreichend ist, um den Job zu erledigen. Eine Ausbildung alleine reicht nicht, um heutzutage unter der Konkurrenz zu überleben. Man muss mehr beherrschen als die Fotografie, man muss Verkäufer, Betriebswirt und Marketing-Mensch sein oder zumindest zuverlässige Partner dafür finden. Es gibt keinen generellen Weg und Einstieg zum Erfolg. Es sind der Wille, die Geduld und die Arbeit an sich selbst, die einem zum Erfolg verhelfen.

BF: Was macht ein Bild für Sie zu einem guten Foto?
Richard Wesner: Das kommt auf den Zweck an, welchen das Bild erfüllen soll. Manchmal zeichnet ein Bild sich dadurch aus, dass es zum Denken oder Hineinfühlen anregt. Im Falle eines Business- oder Bewerbungsfotos soll dagegen alles bereits mit dem Bild ausgedrückt sein und sofortiges Vertrauen und Sympathie hergestellt werden. Jeder Zweifel und jeder Spielraum für Interpretation wäre hier hinderlich. Das Wichtigste in allen Fällen sind jedoch der Bildinhalt und der Moment, in dem es entsteht.

 

 

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