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28.02.2017 - 12:51 Uhr

"Ich mag inszenierte Motive, die zudem lebendig sind" - Fotografin Anne Wirtz

Fotografin Anne Wirtz best of 2016

Im BEST OF 2016 zeigen professionelle Fotografen ihr bestes, persönlichstes oder emotionalstes Foto aus dem letzten Jahr.

Mitgemacht hat auch Anne Wirtz mit einem im Studio inszenierten Gruppenbild.

 

BF: Hallo Frau Wirtz, erzählen Sie mal, was dieses Bild zu Ihrem Lieblingsbild hat werden lassen.

Anne Wirtz: Neben der organisatorischen Herausforderung mit so vielen Menschen zu arbeiten steckt einfach ganz viel Herzblut in dem Bild. Dass das alles so gut geklappt hat und das Bild letztlich genau so geworden ist, wie ich es mir vorgestellt hatte, ist besonders schön. Besonders mag ich die überrascht und erstaunt schauenden Gesichter, die einen großen Interpretationsspielraum für den Betrachter lassen.

 

BF: Eine freie Arbeit mit elf Modellen war sicher eine oganisatorische Herausforderung. 

Anne Wirtz: Ja, das Foto ist Ergebnis wochenlanger Vorbereitungen. Alleine die Modelle auszusuchen hat schon recht viel Zeit in Anspruch genommen. Außerdem war es gar nicht leicht eine Stylistin zu finden, die sich dieser Mammutaufgabe annehmen wollte, geschweige denn einen Termin zu finden, an dem alle Zeit haben.
Während des Shootings ging es nun vor allem darum, dass alle möglichst gleichzeitig ein überraschtes Gesicht machen. Ich habe den Modellen eine Situation erzählt und mache dann auch gerne vor, wie die Modelle schauen oder gestikulieren sollen. 

 

BF: Wie kann ich mir das genau vorstellen? Haben Sie Gesichtsausdrücke vorgemacht?

Anne Wirtz: Ja, genau und die leichte Gestik dazu. Es geht ja darum, dass die Leute total überrascht gucken, als würde jemand vor ihnen stehen, den sie ewig nicht gesehen haben oder irgendjemand ganz besonderes.
Die eine Hälfte der Menschen sind Modelle, die ich bei einer Agentur gefunden habe. Die andere Hälfte sind Freunde. Ich wollte in jeglicher Hinsicht eine bunte Mischung an Menschen und Gesichtern haben

 

BF: Ist das eine typische Arbeit für Sie und wussten Sie schon beim Auslösen, dass es für Sie ein besonderes Bild wird?

Anne Wirtz: Ja, ich mag die inszenierten Sachen, die doch lebendig sind. Das Bild ist so in der Kamera entstanden. Es ist das einzige Bild, auf dem alle zusammen toll aussahen. Nur einmal habe ich geschlossene Augen ausgetauscht.
Auf dem Shooting war die Stimmung toll, die Leute sahen super aus. Da wusste ich schon beim Auslösen, dass es gut werden wird.

 

BF: Was ist Ihnen eigentlich generell bei Ihren Aufnahmen wichtig?

Anne Wirtz: Dass ich einerseits umsetze, was der Kunde möchte, weil ich mich als Dienstleister sehe. Darüber hinaus ist es immer schön, wenn ich die Möglichkeit habe, die eigene Kreativität mit einfließen zu lassen. Selbst Vorschläge zu machen, die dann im Idealfall den Kunden überzeugen, ist eine großartige Sache. Meine Aufgabe ist es, die Menschen zu verstehen, auf ihre Wünsche einzugehen, sie mit meiner Expertise zu beraten und dann ein gutes Foto zu machen.

 

BF: Ist es für Sie erstrebenswert, nur noch frei zu arbeiten?

Anne Wirtz: Nein, ich würde nicht nur frei arbeiten wollen, zum einen, weil es auch um´s Geld verdienen geht und zum anderen, weil es für mich eine interessante Konstellation ist, mich mit den Wünschen von Kunden auseinanderzusetzen und die Vorstellungen der Kunden zu realisieren. Abgesehen davon kann ich auch, je nach Kunde, freier arbeiten. Bei Reportagen habe ich zum Beispiel nur das Thema vorgegeben und kann dann relativ frei arbeiten. 

 

BF: Was denken Sie macht ein richtig gutes Foto aus?

Anne Wirtz: Für mich muss das ein Bild sein, das mich im jeweiligen Moment irgendwie packt. Es muss keine bestimmten technischen oder inhaltlichen Kriterien erfüllen, um ein gutes Foto zu sein.
Um mit meinen eigenen Arbeiten zufrieden sein zu können, brauche ich das Gefühl, dass ich das, was gefordert war, nicht nur passend umgesetzt habe. Das Bild sollte immer zusätzlich ein kleines i-Tüpfelchen besitzen. Letztlich erfreut das dann ja immer auch den Art director oder den Auftraggeber.

 

BF: Würden Sie sagen, dass Sie eine eigene Art entwickelt haben zu fotografieren?

Anne Wirtz: Ich lege recht viel Wert auf eine konzeptionelle Arbeitsweise. Meist weiß ich vorher schon sehr genau, was ich machen möchte. Das heißt aber nicht, dass ich dabei den Blick nicht nach links und rechts wende. Auf einem Shooting probiere ich immer verschiedene Wege aus, aber generell arbeite ich schon relativ straight.
Oft mache ich mir auch Skizzen, obwohl ich überhaupt nicht gut zeichnen kann. Von diesem Motiv hatte ich mir auch schon vorher Zeichnungen gemacht.

 

BF: Sie sind mit vollem Herzen Fotografin. Was bedeutet Ihnen dieser Beruf?

Anne Wirtz: Das Schönste daran ist die großartige Freiheit. Ausserdem kommt man immer wieder an neue Orte, an die man sonst nie kommen würde. Darüber hinaus lernt man immer wieder neue Menschen kennen. Ich liebe diese Abwechslung. Man macht eigentlich nie dasselbe, jedes Shooting ist anders und hat neue Herausforderungen. Ich denke das Wichtigste ist die Möglichkeit ständig Neues entdecken zu können. Das ist für mich ein großer Luxus.

 

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